Samstag, 13. Februar 2016

Stellt euch nicht dieser Welt gleich

Ich gebe zu: wir sind chaotisch! Bei uns ist es meist unordentlich, (Zeit-)Pläne, die wir machen, gehen nicht auf, weil immer etwas dazwischen kommt, wir sind oft unpünktlich (haben manche vielleicht schon bemerkt ;-) ) und wichtige Dinge bleiben oft viel zu lange unerledigt liegen.
Das hat auch Vorteile! Wir sind zum Beispiel sehr flexibel und spontan. Bei uns ist es nie langweilig und unsere Wohnung ist lebendig gemütlich.
Aber oft hadere ich auch mit diesem Zustand. Ich hetze voll Anstrengung und unter Druck meinen Ansprüchen hinterher: Ordnung, Struktur, Sauberkeit, Pünktlichkeit etc. Und erreiche sie ja doch nicht!
Und dann frag ich mich: Wie schaffen denn die Anderen das? Bei denen ist es immer ordentlich, die Wäsche liegt immer sauber und gebügelt im Schrank und die sind auch noch pünktlich!
Oft schon habe ich auch im Gebet damit gerungen und Gott gefragt, wie ich damit umgehen soll, dass ich ständig voller Anspannung meinen Idealen hinterherrenne (Was auf Dauer sehr ungesund ist!) und wir doch chaotisch bleiben.
Vor einiger Zeit habe ich morgens wieder einmal Gott gefragt, wie er diese Situation sieht und nach meinem Gebet die Losungen aufgeschlagen. Und was lese ich da:
„Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ (Römer 12,2)
Hey! Das ist doch der Vers zu meiner Firmung! (Ich bin katholisch groß geworden.)
Unsere Gemeindereferentin hatte den Vers damals für mich rausgesucht weil sie meinte, ich sei nicht „normal“ (Ich hoffe doch im positiven Sinne ;-) )
Und dann hat es „klick“ gemacht:
Ja richtig, wir sind anders! Wir sind chaotisch und unser Leben läuft in vielen Bereichen nicht so wie „normalerweise“. Aber das ist gut so und gottgewollt. Dieses Anderssein hat viele gute Seiten und macht möglich, dass wir auch viel Gutes tun für uns und andere. Und in der Distanz (also ohne Hetze nach Ordung etc.) kann ich tatsächlich viel besser sehen, was Gott in der Situation von mir möchte:
Aufräumen - oder Zeit für die Kinder nehmen?
Kinder pünktlich im Bett haben - oder eine liebevolle, entspannte Atmosphäre beim Zubettbringen?
Staubsaugen - oder Ausruhen und neue Kraft tanken?
Usw.
Ich denke, mit dem was Gott mir an diesem Morgen gesagt und gezeigt hat, ist noch lange nicht alles „gut“. Aber es war ein wichtiger Anstoß, eine Erkenntnis für mich, an der ich mich in Zukunft versuchen werde zu orientieren wenn ich mal wieder unzufrieden und gestresst auf unser Chaos blicke. Und ich glaube, Schritt für Schritt kann ich meine Haltung ändern und diesbezüglich immer fröhlicher und entspannter sein. Ich bin überzeugt: Gott meint es gut mit mir. Er liebt uns genauso wie wir sind und er gebraucht uns so wie wir sind.

Kathrin

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