Mittwoch, 9. Dezember 2015

Knoten


Ich stricke wirklich gerne. Neulich auch, nur schnell noch ein paar Reihen, bevor ich weg muss. Doch schon nach den ersten Maschen merke ich, es geht nicht weiter, der Faden hängt. Also ziehe ich ganz vorsichtig am Wollknäuel, nichts… ich ziehe etwas fester…dann noch fester und schon habe ich den Schlamassel. Verheddert und verknotet liegt die Wolle vor mir. Ganze 20 Minuten brauche ich um das ganze einigermaßen zu entwirren. Für den Rest nehme ich die Schere. Natürlich komme ich zu spät aus dem Haus und bin für den übriggebliebenen Tag bedient. So ein Sch…! Warum grade jetzt und warum immer (also wirklich immer!) bei mir? 


Ist es im Leben nicht auch manchmal so? Ab und zu verheddert und verknotet sich mein Leben und ich bekomme keine Ordnung mehr rein. So sehr ich auch ziehe und zerre, mich verrenke und mir der Kopf raucht, ich bekomme den Knoten nicht raus. Was hilft? Bei der Wolle letztlich nur die Geduld, Stück für Stück, nach und nach. Und im Leben? Wilder Aktionismus bestimmt nicht, auch nicht ziehen und zerren und mit aller Gewalt etwas lösen zu wollen. Haben wir nicht den besten Knotenlöser der Welt. Während wir uns abstrampeln wartet Gott nur darauf, dass wir still werden, zu ihm kommen und ihm das Knäuel hinschmeißen. Und dann fängt er an langsam, Stück für Stück alles zu entwirren und zu lösen. Lasse ich mich darauf ein?

Claudia

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