Samstag, 23. Juni 2018



Der Trichter

Gott versprach mir, sich um meinen Sack voller Sorgen zu kümmern, er sagte aber nicht wie. Ich hatte schon so eine Vorstellung des wie, doch er hatte eine andere. Das passte aber so gar nicht mit meinem Bild des fürsorglichen Vaters zusammen. Denn letztendlich gingen die Dinge einfach nur ihren Lauf. Ich musste erkennen, Gottes `Kümmern´ bedeutete für mich auszuhalten, was gerade passiert. Meine Gedanken fingen wieder zu kreisen an: Das soll gut sein? Meint es Gott überhaupt gut? Warum kommt alles anders? Es hatte alles so gepasst? So ein Sch…! Es geht wie gesagt um weitreichende Entscheidungen.

Da kommt mir das Bild eines Trichters in den Sinn. In diesen Trichter hinein werfe ich alle meine Gedanken, meine Fragen, meine Wut, meinen Frust, meinen Ärger auf Gott. Gott ist dieser Trichter und unten heraus kommt der rote Faden meines Lebens. Für mich ist nur ein kurzes Stück sichtbar, aber Gott kennt den Faden meines Lebens vom Anfang bis zum Ende. Er kann nur dann weitermachen, wenn ich ihm alles hinschmeiße, alles hineinwerfe in ihn und mich wieder auf einen Punkt stelle mit ihm. Dort wo er mit mir weitermachen kann. Denn dass er etwas vorhat, etwas Gutes, das steht außer Frage. Auch wenn es sich im Moment nicht so anfühlt.

Ich will dich ermutigen, wirf Gott alles hin, er hält es aus. Es ist im so viel lieber, als wenn du dich abwendest. Er hat auch für dein Leben einen roten Faden!

Claudia

Sonntag, 17. Juni 2018



Die Zecke

Wir sitzen zusammen, unterhalten uns über die Natur, über die Genialität, mir der alles ausgedacht ist, über große und kleine Tiere und über … die Zecke.

„Also das muss mir Gott dann mal erklären, wozu er die gemacht hat!“ wirft jemand ein und alle nicken zustimmend. Ja genau, das soll er uns dann mal erklären.

Später im Bett kommt mir diese Frage noch einmal in den Sinn. Und dann höre ich auch schon Gottes Antwort darauf, mit leicht spöttischem Unterton:

So, muss ich das? Muss ich dir oder euch wirklich erklären, warum ich Zecken gemacht habe. Bin ich nicht Gott, der Schöpfer der Welt? Ich kann tun und lassen was ich will und niemandem bin ich dafür Rechenschaft schuldig. Ich bin der, der alles kann, der alles kennt, der alles beherrscht. Ich mache Regen und ich mache den Wind. Wenn ich etwas will geschieht es, ein Wort genügt. Und wenn ich Zecken machen will, dann mache ich Zecken, ohne jemand um Erlaubnis bitten zu müssen und ohne jemandem etwas erklären zu müssen!

Na gut, daraufhin fällt mir nichts ein.

Dennoch, fährt Gott fort, wenn du es wissen willst, werde ich dir es eines Tages erklären. Dann, wenn du bei mir bist. Denn ich liebe dich, ich will dir Rede und Antwort stehen, weil ich es liebe mit dir zu Reden und mit dir Gemeinschaft zu habe.

Vielleicht ist das ja schon die Antwort 😊

Claudia

Samstag, 9. Juni 2018

Die Sache mit den Sorgen


Es gibt Tage, an denen habe ich so viel im Kopf, muss mir so viele Gedanken machen, dass es noch abends im Bett arbeitet und mir den Schlaf raubt. Manche Male liege ich noch Stunden wach und komme nicht zur Ruhe.

So auch letztens. Es ging nicht um Kleinigkeiten, sondern tatsächlich um sehr wichtige Dinge. Berufliche und finanzielle Sorgen machten mir zu schaffen. Den ganzen Tag lang kreisten die Gedanken. Aber es handelte sich um Angelegenheiten, die ich im Moment nicht lösen konnte. Also versuchte ich es Jesus abzugeben. Tagsüber gelang mir das ganz gut, ich konnte mich ja ablenken. Aber dann kam die Nacht und ich lag im Bett. Und natürlich fingen die Gedanken an zu kreisen. Mein `Herr-nimm- du die Gedanken´-Gebet half nicht so wirklich.


Da fing ich an zu packen. In Gedanken hatte ich einen riesigen weißen Sack vor mir und dort hinein packte ich jeden einzelnen Gedanken, der mir irgendwie Sorge bereitete. Der Sack wurde schnell voll und ich nahm den schweren Sack und legte ihn Jesus hin. Ich habe viel Phantasie und vor meinem geistigen Auge öffnete Jesus eine große schwere Tür, stellte den Sack dahinter und schloss die Türe wieder. `Ich kümmere mich darum´ hörte ich ihn noch sagen und dann schlief ich ein 😊.



Claudia


Freitag, 1. Juni 2018

Was muss ich tun?



Vor vielen Jahren habe ich in einem katholischen Krankenhaus auf der Frühchen-Intensivstation gearbeitet. Schwester Mechthild war die Stationsschwester, eine liebevolle, resolute, fähige Nonne. Bei unserer Arbeit war es üblich, dass wir mit dem Rettungswagen in andere Kliniken fuhren, um dort die frühgeborenen oder kranken Babys abzuholen. So auch in einer Nacht. Es war ein dramatischer Einsatz, schon im Kreissaal kämpften wir um das handvoll Leben, dass vor uns lag. Es wog wohl kaum 600 g, kam in der 25. Woche auf die Welt und es hatte keinen Lebenswillen. Das merkt man schnell, wenn man die Kleinen versorgt. Gemeinsam mit dem Oberarzt bereiteten wir den Transport vor. Aber es überlebte die Fahrt in die Kinderklinik nicht. 


Für Schwester Mechthild war am folgenden Morgen nur eine Sache wichtig: war das Kind getauft worden, bevor es starb. In einem so dramatischen Fall, in dem ja kein Pfarrer geholt werden konnte, war jeder Katholik autorisiert eine Nottaufe durchzuführen. Der Oberarzt bestätigte, das Kind war getauft und für Schwester Mechthild war nun alles gerettet, denn nun war das Kind bei Gott. Ich bin sicher, der Oberarzt sagte das nur, die Schwester zu beruhigen, denn ich habe weder gehört noch gesehen, wie er eine Not taufe durchführte, geschweige denn, dass dafür Zeit gewesen wäre.

Letzten Endes ist es auch völlig egal. Glauben wir Menschen denn wirklich, Gott entscheide nicht selbst, wer zu ihm darf und wer nicht? Machen wir ihn wirklich zu einer Marionette unserer Handlungen, denn die Nottaufe ist doch nichts anderes. Gott kann dieses Kind nur dann in den „Himmel“ aufnehmen, wenn wir es hier getauft haben.

Was ist es bei dir, was du nicht getan hast, oder tun musst, dass Gott handeln kann. Hast du heute Morgen noch nicht gebetet, oder in der Bibel gelesen? Na, dann kann dieser Tag ja nicht gelingen. Warst du am Sonntag nicht im Gottesdienst? Kein Wunder, dass deine Woche so schief läuft. Machen wir Gott wirklich so klein?

Glauben wir an einen großen, souveränen Gott, der die Welt geschaffen hat mit allem was darin ist, dann müssen wir auch erkennen, Gott kann ganz unabhängig davon handeln was wir tun oder nicht tun. Das hat er bewiesen, als er Jesus auf die Welt schickte. Nichts, gar nichts haben wir getan um das zu verdienen. Ein kluger Mann hat mal gesagt:

Gerechtigkeit ist, wenn man kriegt was man verdient,

Barmherzigkeit ist, wenn man nicht kriegt, was man verdient.

Gnade ist, wenn man nicht verdient, was man kriegt.

Gott ist gnädig!


Claudia

Dienstag, 22. Mai 2018

Die Sache mit dem Gebet


Sie ist vor fünf Minuten aus dem Haus gegangen, da klingelt sie schon wieder an der Tür.

„Ich habe mein Bändchen für die Veranstaltung heute Abend vergessen!“ keucht sie und eilt vorbei an mir, hinauf in ihr Zimmer. An der Dauer ihres Wegbleibens kann ich erkennen, dass sie nicht gleich findet was sie sucht. Und da der Zug nicht auf schusselige Töchter wartet, die etwas zu Hause vergessen haben gehe ich nach oben um zu Helfen. „Findest du es nicht?“ (sehr hilfreich 😊).

„Es muss hier irgendwo sein, ich hatte es auf dem Schreibtisch!“ Die fieberhafte Suche geht weiter und ich gebe allerlei gute Tipps, wo sie noch schauen könnte.

„Mensch Jesus, ich will da heute hin!“ höre ich dann meine Tochter trotzig ausrufen. Als weise Mama und als Frau, die Jesus schon einige Zeit kennt, denke ich: „Na liebes Kind, so kann man aber nicht beten.“

Nein, das macht man wirklich nicht, so trotzig und pampig Jesus die Worte hinzuschmeißen!

Nur eine Minute später finde ich mich im Bastelkeller wieder und zwischen unendlichen Papierschnipseln, Bastelresten, Stiften und Farben die im Keller auf Boden und Tisch verteilt sind, finde ich das rote Armbändchen.

Ich kann Gott förmlich vor mir sehen, wie er mich angrinst und sagt: „Und, hab´ ich jetzt das Gebet erhört?“

Es ist seine Form von feinem Humor, dass ich das Bändchen gefunden habe und es ist seine Lektion, die er mir erteilt. Es ist allein SEINE Sache, ob er ein Gebet erhört. Egal wie es ausgesprochen wird. Da kann ich denken was ich will. Gott lässt sich nicht in ein Schema pressen, er ist viel größer, viel souveräner. Denn er kennt die Menschen, er kennt ihre Herzen und er weiß genau was er wann zu welcher Zeit gibt.


Claudia

Freitag, 11. Mai 2018

Wie die Dinge so liegen

Klein Emma hat ein schönes Ritual mit ihrer Mama. Mama legt sich auf den Rücken und klein Emma macht „Bauchkuscheln“. Diese Zeit ist eine wertvolle Mama-Tochter-Zeit die sie sehr genießen. Doch an diesem Morgen ist klein Emma etwas früher wach als sonst. Mama liegt auf dem Boden um ihre tägliche Morgengymnastik zu absolvieren. Nun steht die Kleine Tochter vor der liegenden Mama, legt den Kopf schief und fragt „Bauchkuscheln?“ Als Mama verneint, versteht sie die Welt nicht mehr. Was bitteschön, sollte Mama denn sonst machen, außer Bauchkuscheln, so wie die Dinge nun mal liegen (im wahrsten Sinne des Wortes).
Ist das nicht ein wunderschönes Bild für unseren Glauben. Es liegt etwas vor uns und wir meinen genau zu wissen, was Gott damit vorhat. Denn die Dinge sind für uns nun einfach mal ganz offensichtlich. Dabei vergessen wir, dass ER eine viel größere und viel weitere Sicht von den Dingen hat. Während wir aus allen Wolken fallen, weil er etwas ganz anderes vorhat, lächelt Gott liebevoll auf uns herab und zeigt uns, dass wir viel zu klein viel zu beschränkt von ihm denken.
Genau wie klein-Emma ist für uns die Sache klar: Mama liegt auf dem Boden zum Bauchkuscheln. Weiter reicht ihr Horizont nicht. Und oft reicht unser Horizont nicht weit genug um Gottes Pläne auch nur annähernd zu begreifen.
Claudia

Mittwoch, 25. April 2018

Was zählt?
Avicii ist tot. Gestorben in der Hauptstadt Dubais in einem Hotel. Wer? Werden sich vielleicht manche von euch fragen. Im Alter von 28 starb der Schwede Tim Bergling, Künstlername Avicii. Er war ein Musiker, ein Ausnahmetalent wohl, DJ (Discjockey). Er machte Musik mit den größten und bekanntesten Stars unserer Zeit. Die Menschen jubelten ihm zu, die Fans kreischten auf seinen Konzerten. Mit 26 Jahren zog er sich zurück, er hatte soviel Geld verdient, wie die Meisten von uns ihr Leben lang nicht verdienen werden.
Mich macht die Nachricht traurig. Nicht, weil er ein Star war, nicht weil ich manche seiner Lieder kannte und sogar mochte. Nein, mich macht traurig, dass dieses Leben, von außen betrachtet, alles bot, wovon man träumen konnte: Geld, Ruhm, Ansehen, Feiern und fröhlich sein. Doch Tim Bergling sagte von sich selbst, er sei eher ein introvertierter Typ. Mit dem ganzen Rummel komme er nicht gut zurecht. Aber die Öffentlichkeit hatte ein Bild von ihm und so stürzte er sich hinein in dieses Bild. Alkohol und Drogen gehörten dazu, dann der gesundheitliche Absturz und am Ende der frühe Tod. Die Polizei schließt ein Gewaltverbrechen aus.
In Wirklichkeit durfte er nicht so sein wie er war. Die Wirklichkeit zwang ihn in eine Rolle, in ein Bild, dass seine Fans gerne von ihm sehen wollten. Am Ende war es wohl ein einsames und kurzes Leben.
Jesus nimmt jeden so wie er ist. Er möchte nicht, dass wir uns verstellen, er liebt mich, er liebt dich wie du bist. Er will dich nicht in ein Bild zwängen, sondern er will dich frei machen. Wenn du eher zurückhaltend und introvertiert bist, dann erwartet er nicht, dass du dich entgegen deines Charakters verhältst. Wenn du extrovertiert und offen bist ist es das Gleiche. Das macht mein Leben reicht, die sein zu dürfen die ich bin, mich von Jesus geliebt zu wissen, das zählt für mich.

Claudia

Freitag, 6. April 2018

Versorgt

Als vor zwei Jahren mal wieder ein Orkan über Deutschland fegte, erinnerte ich mich an den Rat einer Freundin, meine Versicherung für mein Haus überprüfen zu lassen. Das tat ich denn auch und schloss eine Sturm/Hagel/Blitzschlag-Versicherung ab. Immer vor Weihnachten wird mir der fällige Betrag der Versicherung abgebucht. Ziemlich zur Unzeit, denn da gibt es ja noch genügend andere Ausgaben. Seither ist der Beitrag stetig gestiegen (Dynamik nennt man das, glaube ich). Und das nicht zu knapp, so dass ich mich schon ein wenig...ein ganz klein wenig ärgerte.
Heute wundere ich mich, warum ich diese Versicherung wirklich abgeschlossen habe. Denn solche Sachen wie Vorsorge, Versicherung und Bankgeschäften liegen mir nicht besonders, ehrlich gesagt gar nicht. Aber gut, jetzt habe ich sie nun mal.
Und ich habe noch etwas anderes, nämlich einen nassen Keller. In der frostigen Zeit ist mir ein Rohr geplatzt und ein Teil des Kellers ist ziemlich nass. Das wohl schon über längere Zeit, denn es hat sich schon Schimmel auf dem Verputz gebildet. Als ich das entdecke bin ich erst einmal bedient und dann beginne ich im Kopf zu rechnen. Wie viel wird das wohl kosten, wie kann ich mir das leisten. Warum lässt Gott das zu? Noch nie ist uns ein Rohr geplatzt, warum ausgerechnet jetzt? Ganze zwei Tage ziehen meine Fragen und meine Berechnungen in meinem Gehirn Kreise, ohne wirkliche Lösung. Bis ich mich dann an meine Versicherung erinnere...
Ich danke meinem Vater im Himmel, dass ich so versorgt bin. Als ich mich um die Versicherung kümmerte, wusste er schon, ich würde sie einmal brauchen. Zwei Tage ließ er mich im Ungewissen, dafür bin ich jetzt um so dankbarer.

Claudia

Freitag, 30. März 2018

Festhalten


„Egal was kommt, ich halte fest an dir, meine Gott“

Das ist eine Zeile aus einem Lied. Zugegeben eine schöne Zeile. Wie gut, wenn ich das sagen kann. Ich halte fest an Gott, ich vertraue dir immer, egal was passiert.

Doch was, wenn das nicht mehr geht. Wenn ich es nicht mehr kann. Wenn mir mein Leben, wenn die Welt mir um die Ohren fliegt, wenn alles aus den Fugen gerät und ich nicht mehr festhalten kann. Wenn das, was in meinem Leben gerade geschieht, mich nicht mehr an einen Gott glauben lässt, der mich liebt. Wenn sich der Vater im Himmel sich gegen mich zu stellen scheint und es mir vorkommt als würde ihm mein Elend gefallen. Was, wenn ER mir nicht mehr antwortet und wenn ich keinen Grund und keine Kraft mehr finde IHM noch zu vertrauen. Was, wenn ich nicht mehr festhalten kann?

Was ist dann?

Ist es dann zu Ende? War es das dann? Vorbei, Aus, Schluss? Wie eine Ehe, die an die Wand gefahren ist?

Es gibt ihn nicht, diesen Vater im Himmel, dem mein Elend gefällt. Es gibt ihn nicht, diesen Vater im Himmel, der sich gegen mich stellt. Und es gibt ihn nicht, den Vater im Himmel, der geht, wenn ich nicht festhalten kann. Denn er ist treu, er bleibt. Immer!

Er hält an mir fest. Doch er macht es behutsam und drängt sich nicht auf. Nein der Vater ist kein Tyrann, der uns einfängt und festbindet. Aber wenn er nur die leiseste, verzweifelte Stimme eines seiner Kinder hört, dann ist er zu Stelle. Wenn ich nicht mehr festhalten kann, dann hält er. Wenn ich den Halt verliere und falle, dann fängt er auf.

Claudia

Freitag, 23. März 2018

Die kleine Prinzessin


Mit wackeligen Beinen steht sie auf den Beinen ihres Papas, festgehalten von seinen Armen. So in Sicherheit schaut sie neugierig und mutig in die Welt. Sie grinst mich schelmisch an und spielt Verstecken. Wenn es ihr zu viel wird kuschelt sie sich an Papas Schulter. Allerdings nur kurz, denn dann riskiert sie wieder einen Blick nach hinten zu mir. Das Spiel geht von vorne los. Ich kann nicht anders, ich muss ihr eine lange Nase zeigen und mit ihr Verstecken spielen...(Kinder machen erwachsene Menschen so oft zu Narren). Doch dann legt sie wieder ihren Kopf auf Papas Schulter. So entdeckt sie die Welt rundherum, sicher und geschützt. Doch dann geschieht das tragische: Mama, die danebensaß, steht auf und geht. Und nun ist das kleine Mädchen alleine mit ihrem Papa. Die heile Welt gerät aus den Fugen, und schon fließen die Tränen. Eine Welt bricht zusammen! Doch Papa ist die Rettung. Auf seinen starken Armen trägt er die kleine Prinzessin der Mama hinterher. Die Balance des Universums ist wieder hergestellt und die Kleine kann nun weiter die Welt entdecken. Diesmal an der Hand des Papas, der sich bereitwillig überall dorthin dirigieren lässt, wo sie etwas zu entdecken wähnt. Wenn sie ganz mutig wird, dann lässt sie sogar Papas Hand los und erforscht alleine ihre Umgebung. Doch immer wieder geht ihr Blick zurück zu den Eltern. Auch die Beiden haben ihre kleine Tochter im Blick, bereit einzugreifen, wenn Gefahr droht.

Ach wie schön ist doch so ein Kinderleben, wie gut wenn es so eingebettet ist in Liebe und Fürsorge. Aber wie schwer ist es doch dann wenn wir längst keine Kinder mehr sind und unser Leben selbst in die Hand nehmen müssen. Dann stehen wir alleine, ohne die helfende Hand des Papas und der Mama...oder?

Wie wäre es, wenn wir als erwachsene, mündige Menschen genau das erleben könnten, was dieses Kind tagtäglich erfährt? Nun, vielleicht meinen wir, das ginge nicht. Schließlich sind wir ja dazu erzogen worden unser Leben alleine meistern zu können, selbst zu denken, selbst zu entscheiden, unsere Wege selbst zu gehen. Kurz, wir leben ein selbstbestimmtes Leben. Genau dieses selbstbestimmte Leben ist unsere Freiheit, oder?

Meine Freiheit ist es nicht. Ich bin froh und dankbar, dass ich genau das erfahren kann, was dieses kleine Mädchen erlebt. Ich kann an der Hand meines Vaters durch meine Tage gehen. Nein, Gott nimmt mir nicht mein Denken ab, er nimmt mir nicht meine Arbeit ab, er nimmt mir nicht die Begegnungen mit schwierigen Menschen ab. Ich denke, ich entscheide, ich lebe. Doch egal was und wo, ich bin nie alleine. Auch wenn es für andere so aussieht.

Claudia

Dienstag, 20. März 2018

Ferne Galaxien und ewiges Leben


Der bekannteste Wissenschaftler unserer Zeit ist tot: Stephen Hawking. Sein Markenzeichen: der Rollstuhl, die seltsam verformten Gliedmaße und ein, von seiner schweren Krankheit gezeichnetes Gesicht. Mit 21 Jahren bekommt er die Diagnose ALS und gleich die Prognose dazu: noch zwei bis drei Jahre Lebenszeit. Er wurde 76. Stephen Hawking trotzte seiner Krankheit. Und er, der nicht an Wunder und schon gar nicht an Gott glaubte, erlebte eines, nämlich so alt zu werden.

Glaube ist etwas für Menschen, die sich im Dunkeln fürchten, soll er einmal gesagt haben. Er, der die fernsten Galaxien erforschte, er der die Unendlichkeit des Alls genauso vor Augen hatte wie die Endlichkeit des Lebens konnte nirgends ein höheres Wesen entdecken.

Ich fürchte mich nicht im Dunkeln, ich bin auch sonst kein großer Angsthase, aber dafür brauche ich Gott nicht. Tatsächlich können wir auch ohne ihn auskommen, bis ganz zum Schluss. Und wenn danach nichts mehr käme, dann wäre ja alles gut. Doch so ist es nicht. Die meisten Menschen sehnen sich danach, dass es so etwas wie Leben nach dem Tod gibt. Und das dieses Leben ein Besseres ist, die ewigen Jagdgründe oder das Schlaraffenland. Es gibt es, das perfekte, komplette, ewige Leben. Ich finde es nicht, wenn ich ferne Galaxien erforsche, ich finde es nicht wenn ich einer furchtbaren Krankheit trotze. Ich finde es allein bei Jesus. Und die gute Nachricht für mich: Ich muss nicht so schlau wie ein Astrophysiker sein, um Jesus sehen und kennenlernen zu können.

Ich muss nicht in ferne Galaxien schauen und schwarze Löcher erforschen. Nein ich kann ihm begegnen, ich kann mit ihm reden einfach so, einfach jetzt. Ich kann ihm begegnen in den Geschichten der Bibel und ich kann ihn sehen wenn Menschen in seinem Namen zusammenkommen.

Wenn ich von fernen, unendlich weit entfernten Galaxien höre und sie mir nicht vorstellen kann, dann bekomme ich eine winzig kleine Ahnung davon, was Ewigkeit heißt.

Claudia

Samstag, 17. März 2018

Wahnsinn!

Es gibt eine Fernsehserie des Senders BBC mit dem Namen „Der blaue Planet“. Diese Serie nimmt mich mit an die entlegensten Orte der Erde. Und das ist nicht etwa der Dschungel auf irgendeiner Südseeinsel noch die Gipfel der höchsten Berge im Himalaya oder die Eiswüsten in Sibirien oder der Antarktis. Nein, es ist die Tiefsee, die am wenigsten erforschte Region unserer Erde. Manche Wissenschaftler behaupten sogar, wir wüssten über unsere Galaxie mehr, als über die Meere und ihre Bewohner. In 8000 Meter Tiefe haben die Forscher mit Hilfe eines unbemannten U-Bootes einen Fisch entdeckt. Tiefer unten kann kein Fisch leben. Bisher war man sogar davon überzeugt, dass selbst in dieser Tiefe Fische nicht existieren können. Und selbst am tiefsten Punkt, im Marianengraben mit 11000 Metern Tiefe (der Mount Everest würde darin komplett verschwinden!!!) entdeckten die Forscher noch Tiere, die dort überleben. Doch natürlich entdeckten sie nur, was ihrem Tauch U-Boot gerade vor die Kamera schwamm oder krabbelte oder was immer für Fortbewegungsmethoden dort hilfreich sind. Wie viel mehr wird es wohl noch geben.
Ach wir Menschen halten uns für so schlau! Jedes Jahr werden Nobelpreise für Neuentdeckungen vergeben, jedes Jahr werden neue Tierarten oder Pflanzenarten entdeckt. Wie unendlich viel Wissen steckt in dieser Welt und wir können immer nur einen winzigen Bruchteil davon erahnen. Doch der Gott, an den ich glaube, der kennt Alles, bis ins kleinste Detail, er kennt die kleinsten Lebewesen, die an den entlegensten Stellen leben, er weiß wie alles funktioniert im Kleinen und im Großen. Viel mehr noch, er hat sich das alles ausgedacht...Wahnsinn, fällt mir dazu nur ein!

Claudia

Samstag, 10. März 2018

Fastenzeit

Der Aschermittwoch, Beginn der Fastenzeit, ist schon ein Weilchen her. Genauer gesagt zwei Wochen. Ich bin katholisch aufgewachsen und von jeher gehören die 6 Wochen vor Ostern, in denen die ganze Familie auf Süßigkeiten verzichtete dazu. Papa gab es vor, Mama und vier Kinder machten mit. Später, als ich älter wurde und selbst entscheiden konnte, da war es mir so zur Gewohnheit geworden, dass ich es weiter beibehielt. Und so nahm ich meinen Mann und meine Kinder in diese Tradition mit. Bis heute.
Doch was sich hier so schön anhört war in Wahrheit ein Kampf den ich Jahr um Jahr verlor. Denn Schokolade esse ich für mein Leben gerne. Und es gibt Momente, da habe ich einfach so einen großen Hunger auf Schokolade, da hilft nichts. Kein Obst, kein Joghurt, keine Nüsse, kein gar nichts. Ich will Schokolade!!! Also scheiterte ich und schämte mich dafür. Ich bekam ein schlechtes Gewissen. Nicht ein mal 6 Wochen konnte ich für Jesus auf Süßigkeiten verzichten! Was bin ich nur für ein lausiger Christ.
Dieses Jahr ist es anders. Die Fastenzeit schleicht sich heran und ich bemerke erst am Aschermittwoch, dass sie ja beginnt. So ein Mist, ich konnte nicht einmal mehr am Dienstag alles vernichten, was da noch in den Schränken rumlungert. Und ich weiß, Jesus verlangt nicht von mir, dass ich faste. Wenn ich es nicht tue, bin ich kein schlechter Mensch. Aber wenn ich es will, dann wird er mir helfen es durchzuhalten. Also will ich? Ja ich will es versuchen, wieder einmal, nicht weil ich muss, nicht weil ich mir und anderen was beweisen will, nein ich will es.
Seit zwei Wochen esse ich keine Süßigkeiten (Kuchen, Kekse, und Eis gehören nicht dazu :-))
Es fällt mir schwer, keine Frage. Doch wenn der Schokoladenhunger zu groß wird dann hilft es mir zu wissen: Jesus liebt mich nicht weniger, wenn ich es nicht schaffe und ich bin nicht besser, wenn ich es schaffe. Nein, es ist allein meine Entscheidung, ob ich es will. Wann ja, dann wird Jesus mir helfen, wenn nein, dann liebt er mich so wie so. Und das macht es irgendwie leichter.
Ich halte Euch auf dem laufenden, denn noch sind es ja viereinhalb Wochen!

Claudia

Freitag, 2. März 2018

Loslassen

Es gibt sie, diese Dinge, auf die ich keinen Einfluss habe, die außerhalb meiner Reichweite liegen. Wenn diese Dinge weit weg von mir sind (der sprichwörtliche Sack Reis in China), dann beschäftige ich mich nicht weiter damit. Doch so etwas gibt es auch in meiner unmittelbaren Nähe, Dinge, die mich beschäftigen.
Mein Jüngster ist auf Klassenfahrt unterwegs. So jung ist er mit seinen 13 Jahren nun auch nicht mehr, doch natürlich war er sehr aufgeregt. Er war die Woche zuvor krank und hustete noch ziemlich stark, er braucht noch Augentropfen, seine Freunde hatten die Zimmeraufteilung ohne ihn geplant und noch dazu wird es diese Woche sehr kalt. Seine Skier sind zu kurz, die Stöcke zu lang und....
Meine beiden älteren Kinder haben bereits den Führerschein. Nach einiger Zeit begleitendem Fahren durften sie ab ihrem 18. Geburtstag alleine ins Auto steigen. Ein seltsamer Moment als mein Auto ohne mich wegfuhr: was konnte alles im Straßenverkehr passieren, eine Unaufmerksamkeit, Vorfahrt missachtet, zu schnell gefahren, eine Situation falsch eingeschätzt...
In solchen Momenten habe ich zwei Möglichkeiten: entweder ich mache mir weiter Gedanken und sorge mich so lange, bis sich die Situation geklärt hat, oder ich belasse es einfach dabei. In dem Moment in dem mein Kind in den Bus oder in das Auto steigt, habe ich keinen Einfluss mehr. Ich kann nichts machen und es wird passieren, was passieren muss. Ich wende mich an Jesus und sage ihm: „So, jetzt bist du an der Reihe, pass du bitte auf sie auf!“ Und dann wende ich mich unbeschwert meinen Aufgaben zu, denn was hilft es, wenn ich jetzt weiter meine Gedanken daran verschwende.
„Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch!“
Das schreibt Petrus. Werfen heißt loslassen, bei Jesus lassen, denn da sind sie gut aufgehoben.
In diesem Sinne wünsche ich euch eine sorgenfreie Woche

Claudia

Donnerstag, 22. Februar 2018

Für Dich!



Goldgelb und riesig geht die Sonne im Osten auf und ich fahre direkt auf sie zu. Wie wunderschön dieser Sonnenaufgang an diesem Mittwochmorgen ist! Die Sonne taucht alles in ein gleißendes Licht und meine Sonnenblende hilft kaum. Sie blendet mich in den Augen und dennoch freue ich mich über die Schönheit dieses Morgens. Dieser Winter war bisher der sonnenärmste seit fünfzig Jahren. Und das höre ich überall. Die Menschen sind kraftlos, antriebslos, die Sonne fehlt uns. Sobald sie da ist, da kommt die Kraft, die Energie zurück. Zumindest teilweise. Aber geht es Dir nicht auch so? Ist es grau in grau, dann würde ich mich am liebsten wieder ins Bett verkriechen. Doch wenn mich morgens die Sonne begrüßt, dann spucke ich in die Hände und denke: „Hallo Tag, hier bin ich, was kann ich tun!“

Sonne und Licht sind so lebenswichtig. Nicht nur rein äußerlich sondern gerade auch für unsere Seele. Und in diesem dunklen Winter kommt mir jeder Sonnenstrahl so vor, als würde er direkt aus dem Himmel zu mir kommen und Gott mir sagen: Der Sonnenstrahl ist für dich liebe Claudia.

Ist das nicht schön? Jeder Strahl ein Gruß von meinem Vater im Himmel.

Und was, wenn die Sonne nicht scheint? Gott hat so viele Möglichkeiten dir seinen Gruß zu schicken und dir zu sagen: „Liebe/r …........das ist für Dich, denn du sollst wissen ich denke an dich und ich liebe dich!“

Das kann ein liebes Wort eines Menschen sein, ein Parkplatz in der Stadt, eine grüne Ampel, ein unerwarteter Brief, ein gelungenes Projekt, ein Blümchen an unerwarteter Stelle. Gott ist da sehr phantasievoll.

Claudia

Dienstag, 19. Dezember 2017

Advent


Wie schön ist doch der Advent, voller Erwartungen, voller Vorbereitungen. Es beginnt die „staade Zeit“, die Zeit der Ruhe und der Besinnung, des Kerzenscheins und der Plätzchen. Alle freuen sich auf Weihnachten, warten sehnsüchtig auf dieses große Fest der Liebe......

Schön wärs, oder? Leider sieht die Realität anders aus. Heute am dritten Adventabend steht mein Adventskranz neben mir und noch immer sind nur zwei Kerzen angebrannt. Ich kam einfach nicht dazu die dritte anzuzünden. Vor zwei Tagen habe ich endlich meine Weihnachtskiste ausgepackt und die Lämpchen, Lichter, Tannenbäumchen und Sterne aufgestellt oder -gehängt. Wenn ich an den Heilig Abend, an Weihnachten denke, dann habe ich nur die lange Liste der unerledigten Dinge und unbesorgten Geschenke vor Augen. Die Arbeit verlangt mir gerade viel ab. Allein im Dezember mache ich Überstunden, mit denen ich fast zwei Wochen frei nehmen kann. Ich hetze durch meine Tage und von Besinnung und Ruhe keine Spur. Und ich weiß, es geht ganz vielen so. Wenn ich in die Straßen und Geschäfte sehe, dann erblicke ich gehetzte, gestresste Menschen. 

Doch so war das mit Weihnachten nicht gedacht. Wir alle sehnen uns nach Geborgenheit, nach Frieden. Die Lieder, die mir überall in den Ohren klingen, die Werbung sind voll davon. Wie wird Weihnachten ein noch schöneres, ein noch friedlicheres Fest. Wie sehr wünschen wir uns die Liebe, die die Welt an so vielen Stellen verloren hat. Kriege und Terror zeigen uns das täglich. Wir können uns die Welt für ein paar Tage schön und friedlich denken. Die Angst, den Unfrieden draußen lassen. Es wird uns wieder einholen. Jesus kam in genau so eine, in genau diese Welt um wirklich Liebe und Frieden zu bringen. Er kam, weil er jeden Menschen unendlich liebt. Und nur dann, wenn wir seine Liebe unsere Herzen verändern lassen, dann ist Weihnachten! Und das nicht nur an drei Tagen im Jahr!

Claudia

Sonntag, 3. Dezember 2017

500 Jahre Luther 

 

Kurz vor dem Reformationstag ergreift es mich doch. 500 Jahre Luther, ja schön, aber wer erzählt den Menschen was Jesus heute für sie bedeutet? Das kam mir vor persönlich im Lutherjahr zu kurz.

Dann schaue ich mir doch einen Lutherfilm am Vorabend des Reformationstages an. Es ist nicht der erste den ich sehe, aber der erste bei dem ich den unglaublichen Preis begreife, der für die Freiheit notwendig war, an Gott und nicht an die eine Kirche glauben zu dürfen. Frühmorgens die Bibel in meiner Sprache in die Hand nehmen zu können.

Freiheit von Unterdrückung, Leibeigenschaft, Frondiensten, Abgaben, Freiheit selbstbestimmt zu denken und zu leben. Für uns heute so selbstverständlich, in vielen anderen Ländern noch nicht.

Doch die Freiheit hatte ihren Preis. Tausende Tote bei den Bauernkriegen, Märtyrer, die so grausam gefoltert wurden, dass ich mir beim Fernsehen die Decke über den Kopf ziehe. Da war auch die Kirche mit ihren Methoden kein rühmliches Beispiel und Glaube war Zwang, nicht frei gewählt.

Mittelalter – ich bin froh und dankbar heute zu leben und nicht vor 500 Jahren geboren zu sein.

Ich muss an Jesus am Kreuz denken, auch er bezahlte einen hohen Preis – sein Leben gegeben für uns.

Hart erkämpfte Freiheiten und was machen wir daraus, dass wir glauben dürfen? Uns selbst eine Meinung bilden, lesen, informieren können? Die meisten Menschen in unserem Land einfach nichts… es ist ihnen egal. Gott ist ihnen egal. Obwohl der Preis der Freiheit über so viel Leid ging, teuer erkauft ist.

Ich denke nach, was mich diese hart erkämpfte Glaubensfreiheit kosten darf? Gevierteilt werde ich schon mal nicht - zum Glück. Lediglich ein paar Menschen, die es belächeln und nicht verstehen was ich da mache und glaube. Es kostet mich viel Zeit, auch Geld, Kraft auch, Mut manchmal, um Menschen von Gott zu erzählen, sie liebevoll zu begleiten und zu unterstützen, da zu sein wenn ich gebraucht werde. Luther zahlte einen hohen Preis, manch andere Reformer und Menschen auch, Jesus allen voran.

Darf es mich auch etwas kosten ( Zeit, Geld, Mühe…) um anderen Menschen von Gott zu erzählen? Ich sage JA und du? 

Heidi

Dienstag, 21. November 2017

Gedanken zu Paula


Nach der Begegnung mit Paula kann ich mich nicht mehr auf meinen Einkaufsbummel konzentrieren. Ich bin zu bewegt davon und viel zu überrascht von mir. Noch nie, wirklich noch nie bin ich in der Fußgängerzone stehengeblieben und habe einen der Menschen am Rand angesprochen. Ich merke, da steckt jemand anders dahinter. Ich habe die Predigt von Dominik Pfeifer noch im Ohr und ich bin sicher, dass sie einen großen Teil dazu beigetragen hat. Seine Worte davon, dass der Prophet zum Berg muss und nicht umgekehrt. Seine Worte davon, dass 90 Prozent der Menschen die Frage nach einem Gebet mit „Ja“ beantworten. Seine Worte darüber, sein Gegenüber beim Gebet anzusehen (fühlt sich komisch an!). Und für mich die absolut überraschende Erkenntnis, wie unglaublich leicht das alles ging. Nein, 3,80 € reichen wahrlich nicht aus um sich jetzt besonders gut fühlen zu können. Denn soviel kostete mich der Kaffee und die beiden Brötchen. Was ist das schon, verglichen zu meinem Reichtum?!

Ich freue mich über die Begegnung mit Paula, ich freue mich über meine Geschwister im christlichen Zentrum, die Paula aufnehmen. Am meisten staune ich über Jesus, wie hat er es geschafft eine eine lebenslange Gewohnheit zu durchbrechen? Wie hat er es geschafft durch mich Paula zu begegnen? Keine Ahnung, ehrlich. Doch Jesus will mich und dich überraschen, wenn wir uns ganz auf ihn einlassen. Wenn wir ihn wirken lassen und wenn wir als die unterwegs sind, als die er uns beauftragt hat. Als Brücke von Gott zu den Menschen!
Claudia

Montag, 20. November 2017

Paula*


Sie sitzt in der Fußgängerzone zwischen dem Drogeriemarkt und dem Buchladen.Unscheinbar, zusammengekauert lehnt sie an der Hauswand. Sie hat eine Decke über ihre Beine gelegt, gegen die Kälte. Sie fragt mich ob ich etwas Geld habe, aber ich gehe vorbei, wie so viele. „Auf Wiedersehen“ murmelt sie mir nach. Nach ein paar Schritten bleibe ich stehen und tue etwas, was ich noch nie getan habe: ich hole meinen Geldbeutel und krame einen Euro heraus, dann drehe ich mich um und drücke ihn der jungen Frau in die Hand. Und, ehrlich ich weiß nicht was über mich gekommen ist, ich frage: „Kann ich sonst noch was für sie tun?“. Ein überraschter Blick trifft den meinen, klare Augen sehen mich unsicher an, während sie zögernd den Kopf schüttelt.

„Ein Brötchen?“ - „Brötchen wäre toll..“ - „Vielleicht einen Kaffee?“ (ich übertreffe mich selbst) - „ich will ja keine Ansprüche stellen,“ erwidert sie leise.

Ich gehe zur nächsten Bäckerei, kaufe eine Brezel, ein Schokocroissant und einen Kaffee (sogar in groß). Das bringe ich zurück, und noch während ich unterwegs bin formt sich in mir eine Frage: „Warum sitzt sie in der Kälte hier draußen.“

Genau diese Frage stelle ich ihr, als ich wieder bei ihr angelangt bin. Sie ist über den Kaffee und die Brötchen so dankbar, ihre Augen leuchten. Ich frage sie nach ihrem Namen: „Hexe“ sagt sie und ich wundere mich. „Hexe?“. Ja den Namen habe sie seit sie 17 ist. Jetzt sitzt sie hier weil es eine schwere Zeit ist, aber sie will nicht sagen warum. Das ist okay. Ich frage ob ich für sie beten darf (die Worte von Dominik Pfeifer sind mir noch im Ohr). Sie sieht mich groß an und dann nickt sie, ich will schon anfangen, da sagt sie: „Paula, ich heiße Paula...“ Als würde sie merken, dass der Name Hexe nicht so recht in ein Gebet passt. Und dann das Erstaunliche. Sie kennt Christen, sie geht fast jeden Sonntag in das christliche Zentrum. Zum Abschied drückt sie mich und ich gebe ihr beide Hände. „Vielleicht sehen wir uns wieder!“ ruft sie mir hinterher und ich antworte: „Das würde mich freuen!“
*Name geändert
Claudia

Samstag, 18. November 2017

"David und das ganze Volk von Israel tanzten begeistert vor Gott; sie sangen und spielten auf Zithern, Harfen, Tamburinen, Zimbeln und Trompeten." (1. Chronik 13,8)

Das haben wir auch in unserer Worship Night der Freikirchen in Coburg...







Freitag, 17. November 2017

„ Gott will in uns wohnen“ oder wie verhindere ich „ Burnout“

Kürzlich war ich beim Gesprächsforum „ Glauben und Leben“ und hörte den sehr interessanten Vortrag von Martin Grabe, einem Chefarzt der christlichen Klinik Hohe Mark über Burnout.
Als einen Punkt um Burnout vorzubeugen, nannte er den christlichen Glauben. Weil wir vor Gott nicht perfekt sein müssen. Weil er uns mit all unseren Schwächen und Unvollkommenheiten liebt. Wir nichts leisten, ihm nichts beweisen, keine Schuldgefühle haben müssen, weil wir so sind.
Herr Grabe erzählte auch, dass ungewöhnlich viele Lehrer, Menschen, die in Helferberufen arbeiten, aber auch viele Pfarrer und Pastoren an Burnout leiden.
Gott möchte dass wir anderen helfen, für sie da sind, unsere Arbeit gut erledigen. Aber er möchte auch, dass wir eine gesunde Balance zwischen Anspannung und Entspannung halten. Das wir nicht nur auf andere Acht geben, sondern auch auf uns. Nicht alles was getan werden muss auf der Welt, ist unsere Aufgabe. Wir machen es nur oft dazu. Gott kennt unsere Grenzen, wir oft nicht. Unser Innerstes ruft oft leise NEIN und wir sagen dennoch „ JA“. Wir putzen das Gemeindehaus, helfen beim Umzug eines Freundes, laden am Sonntag noch eine fünfköpfige Familie nach dem Gottesdienst zum Essen zu uns ein, geben im Beruf natürlich mehr als 120 %, hören uns die Sorgen unserer Freundin am Telefon an, gießen die Blumen der Nachbarin….
Alles wichtig und lobenswert aber: Wann nehmen wir uns Zeit „unsere innere Wohnung“ sauber zu halten ? Epheser 3 ,17: „ Ich bitte Gott das Christus durch den Glauben in uns lebt..“ Gott lebt in uns, in mir, in dir!
Fühlt er sich in dir wohl? Hast du deine innere Wohnung für ihn rein gehalten oder hattest du wegen all der vielen gut gemeinten Aktivitäten keine Zeit dazu?
Wenn Gott in uns wohnt, dann möchte ich, dass er sich in mir wohl fühlt. Dann sollte ich, nicht nur die Wohnung anderer, sondern in mir drin aufräumen. Das ich alle Gedanken und Gefühle herausschmeiße, die nicht zu Gott passen, in deren Nähe er sich nicht aufhalten will. Bitterkeit, Ärger, Wut, Neid, Feindschaft, Unfrieden, Unruhe…..
Dann möchte ich meine innere Wohnung füllen mit dem was Gott freut. Mit Dankbarkeit, Freude und Frieden.
Nehme dir, bei allen wichtigen Aufgaben um dich herum, auch Zeit für deine Beziehung zu Gott. Dazu hat Gott, bei Erschaffung der Welt, sogar einen eigenen Tag, den Sabbat geschaffen. Weil er weiß, dass wir auch Ruhe brauchen, für ihn, natürlich auch für uns selbst und unsere Familien.
Heidi

Dienstag, 14. November 2017

Kleinigkeiten


Ich habe schon dreihundert Kilometer hinter mir und noch liegen rund hundertfünfzig vor mir. Die Dunkelheit hat sich über die Straßen gesenkt und es ist nicht viel Verkehr. Gerade so mag ich Autofahren, Wenn da nicht diese ständigen Geschwindigkeitsbegrenzungen wären. Schon wieder: erst 120, dann 100 und schließlich 80. 80!!! Auf der Autobahn, wer denkt sich denn so was aus! Ehrlich, was kann denn schon so gefährlich sein, vielleicht die drei Verkehrsbarken, die ab und zu am Rand stehen... Mein Verständnis hält sich in Grenzen. Auch jetzt, wo vor mir der Tunnel auftaucht. Vor dem Tunnel das elektronische Wechselverkehrszeichen (so die offizielle Bezeichnung, hat mit fünf Minuten googeln gekostet). Irgendetwas steht darauf, aber ich kann es, trotz Brille, erst lesen als ich fast drunter durch bin.

"Schöne Woche"

prangt in großen Leuchtlettern darauf. Schöne Woche...ein Lächeln breitet sich über meinem Gesicht aus und lässt mich die ärgerliche Geschwindigkeitsbegrenzung vergessen. Jemand, der dieses Wechselverkehrszeichen programmiert hat, saß davor, sah wohl die tausenden gestressten Autofahrer vor sich und tippte `schöne Woche´ in seinen Computer. Eine Kleinigkeit, aber wie vielen genervten Zeitgenossen geht es wohl wie mir und diese zwei Worte zaubern ein Lächeln hervor.
Manchmal sind es einfach nur die Kleinigkeiten, die uns unseren Alltag versüßen. Auf diese Kleinigkeiten können wir achten, denn manchmal gehen sie im Stress und in der Hektik unter. Wir nehmen sich gar nicht wahr. Achtsamkeit ist das neue Zauberwort. Achtsam durch den Tag gehen, die kleinen schönen Dinge, die der Vater im Himmel für uns bereit hält, zu sehen und zu bestaunen. 
Das kann das freundliche Lächeln der Kassiererin sein, der Kollege, der mir die Türe aufhält, der große runde Vollmond, der sich alle Mühe gibt so hell wie die Sonne zu scheinen, was ihm aber nicht so recht gelingt. Es kann ein `Dankeschön´ sein, oder eine Blume an einer unerwarteten Stelle, ein Brief, eine Whats App...Es gibt so viele kleine Dinge. Ich übersehe sie oft und dann muss Gott mir eben in großen Leuchtbuchstaben mir etwas vor Augen malen. Mein Vater wünscht mir und Dir eine schöne Woche. Doch achte nicht nur auf die Kleinigkeiten, die für dich sind, sondern fange auch an, selbst so ein Lichtblick für andere zu sein. Ein Lächeln, eine helfende Hand, eine Karte. Nichts Großes, nicht Teures aber etwas, das von Herzen kommt. 

In diesem Sinne Euch eine

Schöne Woche


Claudia

Mittwoch, 25. Oktober 2017



Tierische Antwort oder bei Heidi piept es auch


Keck schaut die kleine Blaumeise, an der Dachrinne turnend, kopfüber zu mir ins Fenster meines Wohnzimmers. Kopfweh geschwächt sitze ich auf dem Sofa und denke nach. Über gestern, über morgen, über dies und das. Meine Gedanken kreisen, während die Meise um das Fenster kreist. Immer wieder fliegt sie hin und her und schaut herein als wollte sie sagen: Du hast´s gut, sitzt da so rum und ich habe den ganzen Tag zu tun. Muss mir den Regenwurm mit harter Arbeit aus der Erde ziehen und nicht wie du, bequem bei Edeka einkaufen gehen. Piep!

Ich muss an Matthäus 6 Vers 24 denken „ Seht hin auf die Vögel des Himmels, das sie weder säen noch ernten noch in Scheunen sammeln und euer himmlischer Vater ernährt sie“. Eine „ tierische“ Antwort auf meine Gedanken.

„ Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat. Lasst uns jubeln und fröhlich sein“ ( Psalm 118/24) schrieb ich erst kürzlich in mein Gebetstagebuch.

Gott möchte dass wir Heute genießen. Heute ist der Tag, um den wir uns kümmern sollen. Den Großteil unserer Gedanken, gerade die sorgenvollen, drehen sich aber um gestern oder gar überüberübermorgen.

Ich suche nach Lösungen für Probleme, die gar nicht dran sind. Wäge innerlich Entscheidungen ab, die sich so nicht stellen werden, meine Gedanken kreisen um Dinge, die so nicht sind und so wahrscheinlich nie geschehen werden. Zeitverschwendung!

Dabei vergesse ich dankbar zu sein wie gut es mir heute geht und mich über mein sorgenfreies Leben heute zu freuen.

Heute soll ich fröhlich sein. Heute dankbar. Heute mein Bestes geben. Heute mich für die Ausbreitung von Gottes Wort einsetzen. Heute nett zu meinen Mitmenschen sein. Heute Gott preisen und loben. Heute Zeit mit ihm verbringen…

Die Meise hat Recht. Morgen interessiert mich heute mal nicht. Übermorgen auch nicht. Ich stehe auf, die Kopfweh sind weg – Halleluja. Ich backe Brot, für heute – weil ich mich daran freue und ich keine Regenwürmer zum Abendessen mag.😊

Heidi

Sonntag, 30. Juli 2017

Bei dir piept's wohl - Teil 2

Piep...... piep...... piep...... macht mein Auto. Das macht es immer, wenn ich mich beim vorwärts oder rückwärts Ein- oder Ausparken einem Hindernis nähere. Erst langsam: piep...... piep......, dann schneller: piep... piep... und am Ende piiiiiiiiiieeeeeeeep, der Dauerton. Jetzt ist aber Schluss sagt mir mein Auto damit, höchste Zeit anzuhalten.

Den Rest kennt ihr ja, ich wiederhole mich. Doch noch etwas ist mir bei meinem Missgeschick klargeworden: wie oft schickt mir Gott kleine Warnsignale, die mir sagen sollen: „mach mal langsam, halt mal an, es wäre Zeit für einen Richtungswechsel.“

Doch in der Hektik meines Alltags bin ich Meister darin, diese Warnsignale zu überhören. Dann werden sie etwas lauter, aber auch mein Alltag ist laut und es gibt so viel, auf dass ich hören und achten muss. Schließlich schickt Gott mir den Dauerton, doch weil ich mit meinen Gedanken ganz woanders bin und nur noch im Hinterkopf oder im Unterbewusstsein Platz für ihn habe, überhöre ich auch den, solange bis es kracht. Und dann habe ich den Salat. Weil ich selber alles schaffen und machen will, weil ich ja selber alles kann und Jesus außen vor lasse. Doch das geht nur allzu oft schief.

Claudia

Dienstag, 25. Juli 2017

Bei dir piept's wohl - Teil 1

Piep...... piep...... piep...... macht mein Auto. Das macht es immer, wenn ich mich beim vorwärts oder rückwärts Ein- oder Ausparken einem Hindernis nähere. Erst langsam: piep...... piep......, dann schneller: piep… piep... und am Ende piiiiiiiiiieeeeeeeep…, der Dauerton. Jetzt ist aber Schluss, sagt mir mein Auto damit, höchste Zeit anzuhalten.

So auch letzte Woche, den Kopf voll, mit meinen Gedanken nach meinem Arbeitstag und einem Telefonat ganz woanders, setze ich mich ins Auto und parke aus. Bei besagtem Dauerton schießt mir kurz der Gedanke durch den Kopf, ob das wohl was zu bedeuten hätte und ich vielleicht jetzt besser mal anhalten sollte… Ich komme zum Stehen, allerdings nicht ganz freiwillig. Ein anderes Auto hat maßgeblich dazu beigetragen. Das war nämlich der eigentliche Grund für das Piepsen. Schlagartig bin ich mit meinen Gedanken wieder im hier uns jetzt. Was dann folgt, kennen die, denen das schon passiert ist.
Wie es dann mir geht, entlädt sich auf der Heimfahrt. „IMMER ICH…IMMER!!! So ein Sch…! Was soll das denn?“ Ich bin stinksauer auf alles und auf Gott. Mir reicht’s… und mitten in meinen wütenden Gedanken ertönt ein „Stopp“. Klar und deutlich. Natürlich ist das jetzt eine blöde Sache, aber an meinem Auto ist kaum sichtbarer Schaden entstanden, ich habe eine Autoversicherung, mir und auch niemand anderem ist irgendetwas passiert. Ich kann mich jetzt weiter reinsteigern in die ganze Angelegenheit oder ich kann runterkommen von meiner Palme und Gott dankbar sein. Solche Unfälle passieren zu tausenden jeden Tag. Ich beschließe runterzukommen und als ich auf der Autobahn einen schweren Unfall sehe, mit Rettungswagen und Totalschaden, da danke ich Gott wirklich von Herzen.

Es war und ist meine Entscheidung, was ich aus so einer Situation mache. Ich bin gut im Reinsteigern und Dramatisieren. Doch Jesus steht neben mir und sagt mir "Stopp! Komm mal wieder runter, ich habe alles in der Hand, ich liebe dich und ich will nur das Beste, vertrau mir."
Wie wirst du dich entscheiden?



Claudia

Mittwoch, 12. Juli 2017

Steine oder Liebe

Noch lebhaft sind mir die Bilder aus Hamburg vom G 20 Gipfel vor Augen. Nicht die, wo Politiker Hände schütteln und sich vor Kameras in Szene setzten, sondern die anderen Bilder. Wo schwarzgekleidete Vermummte mit Steinen und Molotow-Cocktails Polizisten angreifen, wo sie Schaufenster einschlagen und brennende Barrikaden errichten, als wären wir im Krieg. Diese Leute scheinen nicht zu begreifen, welches Glück wir haben, auf einem Kontinent, in einem Land zu leben, in dem Frieden herrscht. Natürlich geht es dann um die Frage der Schuld, wie konnte das nur passieren? - Ehrlich gesagt, ich frage mich das nicht. So sehr alle es auch immer glauben möchten, der Mensch ist nicht gut. Einer fängt an und im Schutz der Masse machen alle mit und verlieren dabei jedes Unrechtsbewusstsein. In der Gemeinschaft sind sie stark. In der Gemeinschaft können sie ganze Stadtteile verwüsten, Menschen verletzen und in den Ruin treiben. Sie hatten ihren Kampf und ihr Publikum.

Und wir? Wir Christen, wir als Gemeinde kämpfen auch einen Kampf, doch unsere Steine sind die Liebe, unsere Molotow-Cocktails sind Trost, unsere Barrikaden sind Gottes Worte und unsere Schlagkraft liegt in unserer Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft ist wertvoll und wichtig, der Apostel Paulus fordert in seinen Briefen die ersten Christen immer wieder dazu auf. Denn wenn wir gemeinsam für eine Sache einstehen, dann kann Jesus durch uns etwas bewirken und dann können wir die Welt ein bisschen besser machen, trotz Steine-werfender Chaoten.

Claudia

Samstag, 8. Juli 2017

Das ist mir zu viel

Ich habe meine erste Arbeitswoche fast hinter mir, nach acht Wochen Verletzung. Ich gehe gerne wieder zur Arbeit, aber das bedeutet auch mehr Termine, mehr Organisation und die liegt mir nicht so. Und dann kommt am Wochenende auch noch Frauenfreizeit. Da muss ich hin und mir ist so gar nicht danach. Es ist mir zu viel in dieser Woche. Ich muss dafür noch einiges vorbereiten und ich habe ein ungutes Gefühl was meinen Jüngsten angeht. Kann ich ihn alleine lassen? Wenn plötzlich alle abgesagt hätten, wenn die Frauenfreizeit nicht stattgefunden hätte, ich wäre die erste gewesen, die wirklich froh gewesen wäre. …wäre, hätte… Dem war aber nicht so, also machen wir uns am Freitagnachmittag auf den Weg.

Und als wir am Sonntag zurückfuhren? Da war ich einfach nur froh und dankbar, dass ich dort war. Es war eine gesegnete, reiche Zeit. Eine Auszeit mitten im Alltag, ein Kurzurlaub. Wir wurden wunderbar bekocht, was für viele Frauen allein schon Urlaubsfeeling macht. Wir hatten gute Gemeinschaft, konnten uns besser kennenlernen oder aber bekamen einfach ein Update darüber, wie es den anderen Frauen gerade so ging. Für knapp zwei Tage waren Alltag und Arbeit vergessen. Und natürlich haben wir uns über Gott und die Welt (im wahrsten Sinne des Wortes) unterhalten. Es ging um Enttäuschungen und die betrifft uns als Mensch, aber auch als Christ.

Manchmal packt Gott auf mein ´zu viel` noch was drauf und ich muss erstaunt (wundert es mich tatsächlich immer noch? Anscheinend bin ich etwas schwer von Begriff!) feststellen, dass daraus ein: ´war das schön` wird.

Bis zum nächsten Mal!

Claudia

Freitag, 30. Juni 2017

Weiter geht's am Bau mit Hand- und Maschinenkraft an den Außenanlagen. Hier entsteht das Fundament für die Garagen.







Mittwoch, 28. Juni 2017

So ein Tag...

Heute ist so ein Tag… genau so ein Tag, an dem ich morgens beim Aufstehen schon müde bin und am liebsten wieder ins Bett gehen würde. Dabei habe ich so einiges auf meiner To-do-Liste stehen, das abgearbeitet werden muss. Das sind Dinge, die ich wirklich nicht verschieben kann. Also raffe ich mich auf und ´wurschtle` mich durch meine Liste. Es klappt alles erstaunlich gut. Dennoch fällt es mir schwer, an einer Sache dranzubleiben und meinem Tag so etwas wie Struktur zu geben. Die Termine, die ich heute noch vor mir habe, inklusive Arbeit, auf die ich mich seit 8 Wochen freue, stehen eher wie ein Berg vor mir.

Diese Tage gibt es und ich habe kein Rezept dafür, wie sich das ändert. Meine Herausforderung ist, auch aus so einem Tag einen guten Tag zu machen. Das gelingt dann, wenn ich Jesus mit in meinen Tag nehme. Und er will mir an diesem Tag die Kraft geben, die ich brauche, er wird mir die Aufgaben zeigen, die zu tun sind und er wird mir zeigen, was ich auch einfach heute liegen lassen kann. Ich brauche kein schlechtes Gewissen zu haben, denn Jesus definiert mich nicht darüber, was ich alles schaffe und tue. Für Jesus ist allein wichtig, wo mein Herz ist. Wenn es nicht bei ihm ist, kann ich mich abrackern und tun und es kommt nicht viel dabei heraus. Wenn ich mein Herz bei ihm habe, dann kann ich auf dem Sofa sitzen und Tee trinken und es wird ein guter Tag daraus.

„Na dann, ich habe zwar keine Lust, Herr, aber ich weiß, ich muss jetzt zur Post, um die wichtigen Briefe aufzugeben 🙂“

Claudia

Dienstag, 20. Juni 2017

Gegenwind

Die letzten Tage hatte es ziemlich starken Wind. Als ich spazieren gehe, bläst er mir auf der Höhe entgegen. Da ich im Moment nicht besonders fit bin, merke ich das und ich „kämpfe“ mich weiter. Denn ich weiß, da vorne werde ich die Richtung wechseln und wenn der Wind von hinten kommt, dann geht es viel leichter.

Manchmal bläst uns der Wind im Leben ganz schön entgegen und wir müssen kämpfen um voranzukommen oder um zumindest stehen zu bleiben und nicht umzufallen. Es gibt diese Zeiten, in denen nichts so läuft wie es soll (zumindest ist es gefühlt ´nichts`), in denen wir uns abstrampeln und keinen Schritt vorwärtskommen, in denen wir uns nicht vorstellen können, dass es jemals wieder anders wird. In denen wir einfach nicht verstehen, warum Gott das alles so macht, oder nicht macht.

Auch Josef hatte diese Zeit, als er an Sklavenhändler verkauft wurde und alles verlor. Seine Familie, seine Heimat, seine Stellung. Er war ein Nichts… Der Wind blies ihm ganz schön ins Gesicht. Und bestimmt hat er sich mehr als einmal gefragt, `Warum´ Doch er hielt an Gott fest, er vertraute und glaubte und dann änderte sich Josefs Leben. Plötzlich lief es wie von selbst. Aus dem Gegenwind war Rückenwind geworden (das passiert zweimal in Josefs Leben).

Und genauso, wie ich beim Laufen weiß, irgendwann habe ich Rückenwind, so darf ich das im Leben wissen. Gegenwind ist eine gute Sache, er animiert uns zum Kämpfen, er macht uns stark, er hilft uns durchzuhalten. Deshalb hält Gott nicht alle Stürme von uns fern. Denn er möchte genau das: dass wir wachsen, dass wir immer fester in unserem Vertrauen auf ihn werden. Und wenn wir mittendrin stecken, dann dürfen wir schon wissen: irgendwann, wenn wir durchhalten und weitermachen, wird der Wind wieder von hinten kommen.

Claudia

Montag, 12. Juni 2017

Tankstelle oder Dankstelle?

Franken… Die Franken sind ein seltsames Völkchen. Man könnte sie glatt für verweichlicht halten ob der Tatsache, dass ihnen die harten deutschen Konsonanten wie ´k`, ´t` und ´p` nicht über die Lippen kommen wollen. Sie bleiben beim ´g`, ´d`, und ´b` und dem ungeübten Zuhörer erscheinen manche Fragezeichen. So auch mir, die ich jetzt doch schon so viele Jahre hier wohne. Geht es in der Predigt nun um die „Tankstelle“? Oder ist es eine geniale Wortneuschöpfung des Predigers, nämlich die „Dankstelle“?

Und schon hänge ich meinen eigenen Gedanken nach: Ja bei Jesus kann ich auftanken, wenn ich nicht mehr kann, wenn ich kraft- und mutlos bin, dann will er mir Kraft, Mut und Alles sein. Ich kann, egal was ist, zu ihm kommen. Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken (die Bibel, Matthäus 11,28). Er ist die Tankstelle, die rund um die Uhr geöffnet hat und auf dem Preisaushang steht:

Trost – kostenlos
Mut – kostenlos
Kraft – kostenlos
Liebe – kostenlos

Doch gleichzeitig ist Jesus eben auch „Dankstelle“. Derjenige, bei dem ich mich für Alles bedanken kann und sogar soll. Sagt Gott Dank immer und für Alles (auch die Bibel, Epheser 5,20). Egal was, wie und wann etwas passiert, wir dürfen Gott dafür danken, weil er es immer gut meint. Manchmal fühlt sich das nicht so an, glaubt mir, ich weiß wovon ich rede. Doch wie in Franken „Tank- und Dankstelle“ das gleiche Wort sind, so gehören sie auch bei Gott untrennbar zusammen. Denn der Dank zeigt mir wieder, Gott macht keinen Fehler, er hat sich nicht vertan, er meint es 100%ig gut mit mir!

Claudia

Sonntag, 11. Juni 2017

Zwei Super-Frauen


Aber die Hebammen fürchteten Gott und taten nicht, wie der König von Ägypten ihnen gesagt hatte, sondern ließen die Kinder leben. Darum tat Gott den Hebammen Gutes. Und das Volk mehrte sich und wurde sehr stark.
2.Mose 1,17.20

Mich imponieren diese beiden Frauen. Hut ab, vor ihnen. Dazu gehört eine große Portion Mut. Der mächtige Pharao saß ihnen im Nacken. Sein Befehl war klar: als hebräische Hebammen sollten sie alle hebräischen Jungen nach der Geburt sofort töten. Pharao hatte Angst vor dem immer größer werdenden Volk Israel und wollte so Abhilfe schaffen. Doch sein Plan ging nicht auf. Die Hebammen machten nicht mit. Sie fürchteten Gott mehr als den Pharao. Sie setzten lieber ihr eigenes Leben aufs Spiel, als das der Neugeborenen. Ein Hoch auf die Frauen und auf ihren Glauben an Gott. Zum Andenken an sie werden sogar ihre Namen in der Bibel erwähnt und der Nachwelt erhalten – zum Ansporn für alle folgenden Generationen. Schifra und Pua hießen sie!
Und wenn wir wegen irgendwelchen kleinen Nachteilen versucht sind Gottes Wahrheit unter den Teppich zu kehren, sollten wir bitte an diese beiden Frauen denken. Oft ist es gut, der Mehrheit oder Obrigkeit zu folgen. Wenn uns aber befohlen wird, gegen Gottes Wort zu verstoßen, sollten wir „Gott mehr gehorchen, als den Menschen“ (Apostelgeschichte 5,29). Und wir werden hier ja auch an das Thema Abtreibung erinnert. Allein in Deutschland werden in dem natürlicherweise sichersten Ort der Welt, im Bauch der Mutter, jährlich mehr als hunderttausend Leben ausgelöscht. Weltweit beläuft sich die Zahl der Tötungen auf ca. vierzig Millionen Abtreibungen jährlich. Wirklich eine Bilanz des Schreckens.
Aber berührt uns das überhaupt noch? Ich gebe zu – kaum... Ich habe mich, wie so viele, daran gewöhnt und damit abgefunden. Aber Gott nicht! Er ist ein Liebhaber des Lebens. Es bricht ihm das Herz, was wir Menschen auf seinem Planeten da treiben. Er sucht Frauen und Männer, die für das Leben eintreten und das Wort erheben für die Ungeborenen.                                         
In Sprüche 31,8 lesen wir: „Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.“
Und wenn auch nicht alle Beteiligten Beifall klatschen, -Gott wird sich darüber freuen.
 Und ich bin gewiss, dass ich dann erfahre, was die Hebammen erlebten. Was steht da noch gleich: „Darum tat Gott den Hebammen Gutes.“ (Vers 20)


Mit lieben Grüßen,
Werner Kröger